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Distribution Cost Analysis

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Warum Distributionskosten-Analyse für Hoteliers entscheidend ist

Jedes Mal, wenn ein Zimmer über eine OTA verkauft wird, entsteht eine Illusion. Die Buchung ist vollzogen, das Zimmer appears "verkauft", und die Belegungszahl steigt in der Statistik. Doch was tatsächlich in der Kasse des Hotels ankommt, unterscheidet sich dramatisch von dem, was auf den ersten Blick aussieht. Ein Zimmer, das für 100 Euro über eine Online-Reiseagentur verkauft wird, generiert nach Abzug von 20 Prozent Provision gerade noch 80 Euro Nettoumsatz. Für viele Hoteliers klingt das vertretbar, doch die Realität ist komplexer: Diese 80 Euro müssen sämtliche operative Kosten decken, während ein direct booking dieselbe Übernachtung mit 100 Euro in der Kasse vollständig vereinnahmt.

An dieser Stelle kommt das zweite Problem ins Spiel. Viele Hotels steuern ihre Preise und Strategien basierend auf dem Brutto-RevPAR, also dem Umsatz pro verfügbarem Zimmer vor Abzug aller Kosten. Dieser Wert ist jedoch ein trügerisches Maß. Der tatsächliche Leistungsindikator muss der Netto-RevPAR sein, also der Umsatz nach Abzug aller Distributionskosten. Wer ausschließlich auf Bruttozahlen schaut, überschätzt systematisch die Profitabilität seiner Vertriebskanäle und trifft Entscheidungen auf einer verzerrten Datenbasis.

Das Kernproblem liegt tiefer. Die Mehrheit der unabhängigen Hotels arbeitet ohne präzises Wissen darüber, was jede einzelne Buchung über einen bestimmten Kanal tatsächlich kostet. Wie teuer ist eine Buchung über Expedia wirklich, wenn man Provision, mögliche CPC-Kosten über Metasuchmaschinen, Transaktionsgebühren und anteilige Marketingkosten zusammenzählt? Diese Informationen fehlen häufig, weil die Kostenzusammenhänge über verschiedene Abteilungen und Budgets verteilt sind.

Die Margenfreiheit steht zunehmend unter Druck. OTA-Provisionen von 15 bis 25 Prozent, CPC-Kosten für Google Hotel Ads oder Trivago, Transaktionsgebühren der Buchungsmaschinen und die stetig wachsenden Ausgaben für digitales Marketing können in der Summe 30 bis 40 Prozent des Zimmerumsatzes aufzehren. Bei einem durchschnittlichen Zimmerpreis von 120 Euro bedeutet dies, dass dem Hotel teilweise weniger als 80 Euro für die Bewirtschaftung des Zimmers verbleiben.

Genau hier liegt die entscheidende Erkenntnis: Ohne vollständiges Verständnis der eigenen Distributionskosten ist keine rationale Kanalstrategie möglich. Wer nicht weiß, was jede Buchungsquelle wirklich kostet, kann weder vernünftig priorisieren noch fundiert entscheiden, welche Kanäle ausgebaut und welche reduziert werden sollten.

Der Wandel in der Denkweise ist fundamental. Es geht nicht mehr darum, das Zimmer zu einem bestimmten Preis zu verkaufen — es geht darum, zu welchem Nettobetrag das Zimmer am Ende verkauft wird, nachdem alle Vertriebskosten berücksichtigt wurden. Ein Hotelier, der diese Unterscheidung konsequent in seine täglichen Entscheidungen einbaut, führt sein Haus nach grundlegend anderen — und wirtschaftlich überlegenen — Prinzipien als einer, der ausschließlich Auslastung und Brutto-Umsatz optimiert. Distributionskosten-Analyse ist daher kein akademisches Werkzeug, sondern eine operative Notwendigkeit für jeden Betrieb, der nachhaltig profitabel wirtschaften will.

Definition: Was ist Distributionskosten-Analyse?

Die Distributionskosten-Analyse ist ein systematischer Prozess, der darauf abzielt, die wahren Kosten jeder einzelnen Buchung nach Vertriebskanal präzise zu berechnen. Dabei werden sowohl direkte als auch indirekte Kosten berücksichtigt, die traditionell in separaten Budgets und Abteilungen erfasst werden. Ziel ist es, eine vollständige Kostentransparenz zu schaffen, die es Hoteliers ermöglicht, fundierte Entscheidungen über ihre Kanalstrategie zu treffen.

Um diese Analyse korrekt durchzuführen, müssen drei Kostenschichten unterschieden werden. Die erste Ebene umfasst die Kanalgebühren, also Provisionen von OTAs wie Booking.com oder Expedia, GDS-Gebühren für Buchungen über globale Distributionssysteme sowie CPC-Kosten für Metasuchmaschinen wie Google Hotel Ads oder Trivago. Diese Kosten fallen direkt pro Transaktion an und sind daher leicht zuzuordnen. Die zweite Ebene bilden die Transaktionskosten, worunter Kreditkartengebühren, Zahlungsabwicklungsgebühren von Buchungsmaschinen und eventuelle Währungsumrechnungsentgelte fallen. Auch diese Kosten sind pro Buchung messbar, werden aber häufig übersehen oder separat gebucht. Die dritte Ebene betrifft die internen Kosten, die oft ignoriert werden: der Zeitaufwand von Reservierungsmitarbeitern für die Bearbeitung von OTA-Buchungen, anteilige Kosten für Channel-Manager-Systeme und Buchungsmaschinen, die als monatliche Subscriptions anfallen und pro Buchung umgelegt werden müssen.

Das zentrale Ergebnis einer solchen Analyse ist der Netto-RevPAR. Dieser Indikator berechnet den Umsatz pro verfügbarem Zimmer nach Abzug sämtlicher Distributionskosten. Nur dieser Wert spiegelt die tatsächliche wirtschaftliche Leistung eines Hotels wider, während der Brutto-RevPAR lediglich eine nominale Umsatzgröße darstellt. Eng damit verbunden ist die Kennzahl Cost per Acquisition, kurz CPA. Sie setzt die Gesamtkosten zur Gewinnung einer Reservierung ins Verhältnis zum Nettoumsatz dieser Buchung. Ein CPA von 35 Euro bei einem Zimmerpreis von 100 Euro bedeutet, dass 35 Prozent des Bruttoumsatzes für die Akquisition aufgewendet werden.

Ein wesentlicher Unterschied besteht zwischen variablen und fixen Kosten, die pro Buchung umgelegt werden. Variable Kosten wie OTA-Provisionen steigen proportional mit jeder zusätzlichen Buchung und sind daher direkt zurechenbar. Fixe Kosten wie die monatliche Grundgebühr einer Buchungsmaschine oder eines Channel-Managers bleiben hingegen konstant und müssen anteilig pro Buchung berechnet werden, um den tatsächlichen Wert einer Buchung über diesen Kanal zu ermitteln.

Wie es funktioniert

Die praktische Umsetzung der Distributionskosten-Analyse beginnt mit dem Aufbau einer Kostenmatrix, die alle Vertriebskanäle systematisch erfasst. Für jeden Kanal werden die relevanten Kostenarten identifiziert und deren durchschnittliche Höhe dokumentiert. Bei OTAs wie Booking.com oder Expedia setzen sich die Kosten aus der Provision von 15 bis 25 Prozent, Kreditkartengebühren von 1,5 bis 2 Prozent sowie gegebenenfalls zusätzlichen Metasuchkosten zusammen, die oft übersehen werden. Über das GDS-System wie Amadeus oder Sabre fallen Transaktionsgebühren von 3 bis 6 US-Dollar pro Buchung an, zuzüglich einer Reisebüroprovision von 8 bis 10 Prozent, die der Gast bereits im Endpreis eingepreist sieht, ohne dass sie dem Hotel direkt als Kostenposition auffällt.

Der Direct-Channel über die eigene Buchungsmaschine erscheint auf den ersten Blick kostenlos, erfordert aber eine sorgfältige Allokation der fixen und variablen Kosten. Die monatliche Grundgebühr der Buchungsmaschine muss anteilig auf die generierten Buchungen umgelegt werden. Hinzu kommen Payment-Processing-Gebühren von 1,5 bis 2 Prozent sowie Marketingkosten, die über Google Ads, SEO-Maßnahmen oder E-Mail-Kampagnen für die Generierung direkter Buchungen aufgewendet werden. Laufkunden wiederum verursachen nahezu keine variablen Kosten, bringen jedoch die höchste Unsicherheit mit sich, da keine garantierten Buchungen über diesen Kanal erfolgen.

Die zentrale Berechnungsformel für den Nettoumsatz lautet: Netto-Umsatz = Brutto-Rate minus OTA-Provision minus Payment-Processing minus Marketing-Attribution. Der Netto-RevPAR ergibt sich dann aus dem Netto-Umsatz dividiert durch die verfügbaren Zimmer. Diese einfache Formel macht die versteckten Kosten greifbar und ermöglicht einen sofortigen Vergleich zwischen den Kanälen.

Ein konkretes Rechenbeispiel verdeutlicht die Dimensionen. Bei einem Zimmerpreis von 100 Euro fallen über eine OTA mit 20-prozentiger Provision 20 Euro Provision und 1,80 Euro Payment-Processing an, was einen Netto-Umsatz von 78,20 Euro ergibt. Bucht derselbe Gast direkt über die eigene Website, entfällt die Provisionszahlung. Bei einem Payment-Processing von 1,80 Euro und einer anteiligen Marketingattribution von 5 Euro resultiert ein Netto-Umsatz von 93,20 Euro. Der direkte Vertrieb bringt somit 15 Euro mehr pro Buchung, was einem Vorteil von 19 Prozent entspricht. Diese Differenz kumuliert sich über das Jahr zu erheblichen Beträgen und rechtfertigt die Investition in eine systematische Distributionskosten-Analyse.

Die korrekte Attribution der Marketingkosten auf Direktbuchungen ist dabei einer der schwierigsten Aspekte. Als Ausgangspunkt eignet sich die monatliche Division der gesamten Digitalmarketingausgaben durch die Anzahl der in diesem Zeitraum generierten Direktbuchungen. Ein Hotel, das 2.000 Euro monatlich für Google Ads und SEO ausgibt und damit 80 direkte Buchungen gewinnt, hat eine anteilige Marketingattribution von 25 Euro pro Buchung. Diese 25 Euro müssen in der CPA-Berechnung für den Direktkanal vollständig berücksichtigt werden. Erst dann lässt sich der tatsächliche Kostenvorteil gegenüber dem OTA-Kanal seriös ermitteln und beurteilen, ob eine Erhöhung des Marketingbudgets wirtschaftlich sinnvoll ist.

Best Practices

Die Umsetzung einer Distributionskosten-Analyse erfordert klare Prozesse und messbare Kennzahlen. Ohne strukturiertes Vorgehen bleiben selbst die detailliertesten Berechnungen wirkungslos. Die folgenden Praktiken haben sich in der Branche als besonders effektiv erwiesen und sollten als Standard-Routine in jede Revenue-Management-Strategie integriert werden.

Der erste Schritt besteht darin, einen monatlichen Kostenbericht pro Kanal aufzubauen. Dieser Bericht sollte nicht nur den Brutto-Umsatz, sondern auch den Netto-Umsatz und die Cost Per Acquisition für jeden Vertriebskanal enthalten. Viele Hotels werten solche Daten erst am Jahresende aus, was viel zu spät ist, um operativ reagieren zu können. Eine monatliche Auswertung ermöglicht frühzeitige Kurskorrekturen und verhindert, dass sich kostenintensive Kanäle unbemerkt in die profitability fressen.

Ein zentraler Grenzwert, der für jeden Kanal festgelegt werden sollte, ist die maximale CPA-Schwelle. Überschreitet die Cost Per Acquisition einer OTA 28 bis 30 Prozent des Zimmerpreises, muss ernsthaft geprüft werden, ob dieser Kanal in seinem aktuellen Volumen gehalten werden sollte. Bei einem 100-Euro-Zimmer bedeutet dies eine Obergrenze von 28 bis 30 Euro CPA. Alles darüber kostet das Hotel langfristig Geld, statt es zu verdienen.

In den wöchentlichen Revenue-Meetings sollte der Netto-RevPAR den Brutto-RevPAR als primären Leistungsindikator ersetzen. Diese Umstellung erfordert anfangs Überzeugungsarbeit, doch sie ist entscheidend, um die tatsächliche wirtschaftliche Leistung jedes Kanals transparent zu machen. Entscheidungen, die auf Brutto-RevPAR basieren, führen zwangsläufig zu Fehlallokationen.

Eine weitere bewährte Praxis ist die Etablierung einer Profitabilitätsparitäts-Schwelle. Wenn eine Direktbuchung 15 Euro mehr Netto-Umsatz pro Zimmer generiert, lässt sich damit ein Marketingbudget von bis zu 12 Euro pro gewonnener Direktbuchung rechtfertigen. Die verbleibenden 3 Euro Marge über dem OTA-Niveau machen diese Investition profitabel und schaffen einen klaren Rahmen für Direktmarketing-Ausgaben.

Bei OTA-Verhandlungen sollten Hoteliers aktiv die Provisionsstaffelung nutzen. Die meisten OTAs bieten reduzierte Provisionen von 3 bis 5 Prozent für Preferred-Partner-Status oder die Teilnahme an Sichtbarkeitsprogrammen an. Bevor solche Programme akzeptiert werden, sollte modelliert werden, ob das Volumenwachstum die Programm-kosten rechtfertigt. Eine systematische Analyse verhindert, dass vermeintliche Vorteile zu unausgewogenen Gegenleistungen werden.

Schließlich sollte die Marketingbudget-Allokation nicht nach Kanalvolumen, sondern nach CPA-Logik erfolgen. Ein Kanal, der 30 Prozent der Buchungen bei 28 Prozent CPA generiert, kann weniger wertvoll sein als einer mit 15 Prozent Volumen bei 12 Prozent CPA. Die wahre Kennzahl für Ressourcenallokation ist der erzielte Nettoumsatz pro investiertem Euro, nicht der Rohertrag pro Buchung.

Markt

Die Dynamik der Distributionskosten ist keineswegs universell, sondern variiert erheblich je nach Hoteltyp und Marktsegment. Ein grundlegendes Verständnis dieser Unterschiede ist entscheidend, um realistische Ziele für die Kanaloptimierung zu setzen und Ressourcen sinnvoll zuallokieren. Was für einen Kettenbetrieb profitabel ist, kann für ein unabhängiges Boutique-Hotel ein riskantes Unterfangen darstellen.

Unabhängige Boutique-Hotels mit weniger als 50 Zimmern weisen typischerweise die höchste OTA-Abhängigkeit auf, mit 60 bis 80 Prozent der Buchungen über Plattformen wie Booking.com oder Expedia. Gleichzeitig verfügen sie über die schwächste Verhandlungsposition bei Provisionsverhandlungen und tragen die höchsten fixen Kosten pro Buchung für ihre Direktbuchungsmaschine, da das Buchungsvolumen zu gering ist, um Skaleneffekte zu erzielen. Die Schwelle, ab der sich eine Investition in Direktbuchungskampagnen lohnt, liegt für solche Betriebe meist erst bei einem Direktbuchungsanteil von über 30 Prozent.

Kleine Ketten und markengebundene unabhängige Hotels können hingegen ihre Markenbekanntheit gezielt für Direktbuchungen nutzen. Hier verschiebt sich die CPA-Berechnung durch Loyalitätsprogramme grundlegend. Ein Stammgast, der über ein Treueprogramm gewonnen wird, verursacht nahezu keine Akquisitionskosten pro Einzelbuchung, was den direkten Kanal überraschend profitabel machen kann.

Resort- und Urlaubshotels profitieren von höheren Durchschnittspreisen, wodurch fixe Kanal wie Buchungsmaschinen- oder GDS-Gebühren einen wesentlich geringeren Prozentsatz des Umsatzes ausmachen. Die Wirtschaftlichkeit von Direktbuchungsinvestitionen ist hier deutlich günstiger, da bereits moderate Zuwächse im Direktanteil erhebliche absolute Mehrerträge generieren.

Städtische Geschäftshotels hingegen sind auf das GDS für Firmenreisen angewiesen. Die GDS-CPA einschließlich Reisebüroprovision liegt oft bei 12 bis 18 Prozent und ist somit durchaus konkurrenzfähig mit OTA-Kosten für volumenstarke Segmente.

Bei Ferienwohnungen ist die OTA-Abhängigkeit strukturell bedingt, da Airbnb und Vrbo die primäre Auffindbarkeit darstellen. Die Entwicklung des Direktbuchungsgeschäfts erfordert erhebliche SEO- und Markeninvestitionen, die sich erst oberhalb bestimmter Auslastungsschwellen rentieren.

Letztlich bestimmt der Marktkontext die realistische CPA-Obergrenze. Ein hostelzimmer mit einem Durchschnittspreis von 25 Euro kann nicht dieselben Direktakquisitionsinvestitionen tragen wie eine Resortübernachtung für 250 Euro. Die absolute Margenbetrachtung muss stets im Kontext des jeweiligen Marktsegments bewertet werden.

Fehler

Die Distributionskosten-Analyse bietet erhebliches Potenzial zur Profitabilitätssteigerung, doch sie kann auch in die Irre führen, wenn grundlegende Fehler begangen werden. Diese Fehler kosten Hotels Jahr für Jahr bares Geld, ohne dass sie ihnen bewusst werden.

Der verbreitetste Fehler ist die Optimierung auf den Brutto-RevPAR anstelle des Netto-RevPAR. Viele Hoteliers feiern einen Rekord-Monat, in dem der RevPAR neue Höhen erreicht, während sie übersehen, dass der OTA-Anteil gleichzeitig von 50 auf 70 Prozent gestiegen ist. Die scheinbar positive Entwicklung maskiert einen massiven Profitabilitätsverlust, der erst bei Betrachtung der Nettokennzahlen sichtbar wird. Ein Anstieg des Brutto-RevPAR um 10 Prozent bei gleichzeitigem Wachstum der OTA-Quote um 20 Prozentpunkte kann unterm Strich weniger Nettogewinn bedeuten als im Vormonat.

Ein weiterer Kardinalfehler besteht darin, Marketingausgaben bei der Berechnung der Direktbuchungskosten zu ignorieren. Direktbuchungen werden oft als kostenlos betrachtet, weil keine Provision anfällt. Doch wenn das Hotel gleichzeitig 8 Prozent seines Umsatzes für Google Ads, Social-Media-Marketing und E-Mail-Kampagnen ausgibt, um genau diese Direktbuchungen zu generieren, sind sie alles andere als kostenlos. Ohne korrekte Marketingattribution entsteht ein verzerrtes Bild der tatsächlichen Wirtschaftlichkeit.

Viele Hoteliers vergleichen OTA- und Direktbuchungen zudem nur auf den ersten Blick, ohne alle Kostenschichten einzubeziehen. Eine Direktbuchung ist nur dann tatsächlich günstiger, wenn die vollständigen Akquisitionskosten – also Buchungsmaschinengebühr, Payment-Processing und anteilige Marketingkosten – niedriger sind als die OTA-Provision. Wer diesen Vergleich unvollständig führt, trifft falsche strategische Entscheidungen.

Die Orientierung am Buchungsvolumen statt an der CPA ist ein weiterer kritischer Fehler. Der Kanal, der 40 Prozent aller Buchungen generiert, kann gleichzeitig die schlechtesten Stückkosten aufweisen. Volumen allein sagt nichts über Profitabilität aus, und Kanäle mit hohem Umsatzanteil bei niedriger Marge absorbieren Ressourcen, die besser anderweitig eingesetzt würden.

Darüber hinaus versäumen es viele Hotels, OTA-Konditionen zu verhandeln, wenn das Buchungsvolumen wächst. Provisionsstufen existieren bei den meisten OTAs, werden aber selten proaktiv angeboten. Hotels, die nicht aktiv nachfragen, zahlen weiterhin Höchstsätze, obwohl sie längst die Volumenschwelle für Rabatte überschritten haben.

Schließlich verwechseln viele Hoteliers schlichte Auslastung mit Profitabilität. Eine Belegung von 95 Prozent bei einem OTA-Anteil von 70 Prozent und 20-prozentiger Provision kann weniger Nettogewinn generieren als 85 Prozent Auslastung mit 40 Prozent Direktbuchungen. Die Korrelation zwischen Auslastung und wirtschaftlichem Erfolg ist deutlich schwächer als häufig angenommen, und nur eine differenzierte Analyse nach Kanälen und Kosten deckt die wahren Treiber der Profitabilität auf. Dieser Fehler ist besonders kostspielig in Hochsaison-Perioden, in denen hohe Auslastung leicht über schlechte Kanalökonomie hinwegtäuscht und strukturelle Margenverluste über Monate unsichtbar bleiben.

Elyra

Für Hoteliers, die Distribution Cost Analysis ernsthaft umsetzen möchten, stellt sich rasch die Frage nach der praktischen Umsetzung. Manuell ist dieser Prozess zeitaufwendig und fehleranfällig – Daten müssen aus verschiedenen Systemen zusammengeführt, Provisionen manuell abgezogen und Marketingkosten zugeordnet werden. Genau hier setzt Elyra an, indem grundlegende Funktionalitäten bereitgestellt werden, die eine automatisierte Kostenträgerrechnung ermöglichen.

Der Channel Manager von Elyra konsolidiert sämtliche Reservierungen aus allen angebundenen Kanälen in einer einheitlichen Oberfläche. Dadurch entfällt die manuelle Aggregation von Buchungsdaten aus verschiedenen Quellen. Jede Reservierung wird automatisch mit ihrem Herkunftskanal gekennzeichnet, sodass der Brutto-Umsatz pro Kanal ohne zusätzlichen Aufwand abrufbar ist. Diese einheitliche Datenbasis bildet die Grundlage für alle weiteren Berechnungen.

Das PMS berechnet anschließend automatisch den Netto-Umsatz pro Kanal, indem die provisionssätze für jede OTA individuell konfiguriert werden. Die hinterlegten Raten werden von den Brutto-Erlösen abgezogen, sodass monatliche Netto-Umsatzberichte automatisiert zur Verfügung stehen. Dieser Prozess erfordert keinen manuellen Eingriff mehr und eliminiert die Gefahr von Rechenfehlern.

Revenue Manager können in Elyra CPA-Schwellenwerte pro Kanal definieren und erhalten automatische Benachrichtigungen, sobald ein Kanal den konfigurierten Grenzwert überschreitet. Diese Funktion ermöglicht proaktives Eingreifen, bevor sich kostenintensive Kanäle unbemerkt negativ auf die Gesamtprofitabilität auswirken.

Das Reporting-Modul integriert sowohl den Netto-RevPAR als auch den Brutto-RevPAR in einem Dashboard. Beide Kennzahlen werden nebeneinander dargestellt, wodurch die wirtschaftliche Realität der Kanalmischung sofort erkennbar wird. Die Auswirkungen einer verschiebenden OTA-Quote auf die tatsächliche Marge werden ohne zusätzliche Berechnung sichtbar.

Die Integration der Buchungsmaschine ermöglicht es, Direktbuchungsvolumen mit den im System erfassten Marketingausgaben zu verknüpfen. Die anteilige Allokation der Marketingkosten auf direkte Reservierungen erfolgt automatisiert, sodass die wahre CPA für den Direktkanal präzise berechnet werden kann – inklusive aller relevanten Kostenbestandteile.

Weiterführend

Die Bedeutung dieser Analyse wird durch einen einfachen Vergleich deutlich: Zwei Hotels mit identischer Auslastung und identischem Durchschnittspreis können am Ende des Monats radikale unterschiedliche Gewinne ausweisen, wenn ihre Kanalmixe und die damit verbundenen Kosten differieren. Das Hotel, das 60 Prozent seiner Buchungen direkt gewinnt, behält strukturell mehr Marge als eines mit 80 Prozent OTA-Abhängigkeit — auch wenn beide auf dem Papier denselben Brutto-RevPAR melden. Diese unsichtbare Lücke zu schließen ist das Ziel jeder ernsthaften Distributionskosten-Analyse.

Die zentrale Erkenntnis dieser Analyse lässt sich in zwei Kennzahlen zusammenfassen: Netto-RevPAR und CPA pro Kanal sind die einzigen Metriken, die die wahre Effizienz der Distributionsstrategie offenbaren. Hotels, die ausschließlich Brutto-Größen verfolgen, navigieren buchstäblich blind durch ihre Vertriebsentscheidungen. Was auf den ersten Blick als erfolgreicher Monat erscheint, kann bei genauerer Betrachtung ein schleichender Profitabilitätsverlust sein, der erst durch die vollständige Einbeziehung aller Distributionskosten sichtbar wird.

Mit diesem Wissen ausgestattet, sollten Hoteliers drei Themenbereiche vertiefen. Die Kanalmix-Optimierung zeigt auf, wie die gewonnenen Kostendaten konkret in strategische Handlungen übersetzt werden – welche Kanäle gestärkt, welche reduziert oder neu verhandelt werden sollten. Die Direktbuchungsstrategie widmet sich der gezielten Entwicklung des kostenärmsten Vertriebskanals, einschließlich der Investitionen in Buchungsmaschinen-Conversion und Marketing-Attribution. Die Wettbewerbsraten-Analyse beleuchtet, wie die Preissetzung die Kanalökonomie beeinflusst und wo ein Hotel seine Positionierung anpassen muss, um profitabel zu bleiben.

Der Blick nach vorn zeigt: Da OTA-Provisionen tendenziell steigen und Metasuchkosten weiter wachsen, wird die Distributionskosten-Analyse zu einer täglichen Kernpraxis für jedes Hotel, das seine Margen ernsthaft schützen will. Die Hotels, die heute damit beginnen, haben den entscheidenden Vorteil bereits auf ihrer Seite.