Hotel Check In Process
Warum der Check-in mehr ist als ein Willkommensgruß
Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Ein Stadthotel in Hamburg während der bevorstehenden Fachmesse. Die Zimmerbelegung liegt bei 98 Prozent, die Rezeption ist unterbesetzt. Ein unangekündigter Walk-in betritt das Foyer und bittet um ein Zimmer. Der Portier, im stressigen Schichtbetrieb, weist ihm kurzerhand ein Zimmer zu, das bereits einem erwarteten Messegast aus München reserviert war. Dieser Gast reist Stunden später an, findet sein Zimmer bereits belegt vor — und die Situation eskaliert.
Doch das eigentliche Problem liegt tiefer: Während des improvisierten Check-ins wurde die Reservierung des Messegastes nicht aufgelöst, das Folio nie eröffnet. Die Housekeeping-Abteilung erhält über das PMS keine Rückmeldung und markiert das Zimmer fälschlicherweise als verfügbar. Der Gast, der eigentlich abreisen sollte, wird verspätet aus dem Zimmer gewiesen. Buchungsdaten stimmen nicht mehr mit der Realität überein. Erst am Abreisetag — wenn es zu spät ist — fallen die Fehler auf.
Der Check-in als operationskritischer Moment
Genau hier liegt die entscheidende Erkenntnis: Der Check-in ist kein gesellschaftliches Ritual. Er ist der operative Schaltpunkt, an dem Reservierungsdaten in Echtzeit-Livedaten umgewandelt werden. Erst mit dem Check-in öffnet sich das Gästefolio, wird die Zimmerzuweisung fixiert und die Housekeeping-Statuskette in Gang gesetzt.
Jede einzelne Aktion an der Rezeption — von der Identitätsprüfung über die Zimmerkarte bis zur Folio-Eröffnung — erzeugt unmittelbare Folgen im PMS. Versäumt man diesen Schritt oder führt ihn informell aus, beginnt eine Fehlerkette, die sich durch den gesamten Aufenthalt zieht.
Besonders kritisch wird es bei Walk-ins. Ohne vorhandene Reservierung muss der Mitarbeiter in Echtzeit einen neuen Datensatz anlegen — inklusive Zimmerzuweisung, Preisgestaltung und Verfügbarkeitsprüfung. Dieser Prozess verlangt dasselbe Maß an Sorgfalt wie eine reguläre Buchung, wird aber häufig unter Zeitdruck improvisiert.
Warum kleine Hotels besonders betroffen sind
Betriebe mit 20 bis 150 Zimmern haben selten ein dediziertes IT-Team, das solche Fehler frühzeitig abfängt. Informal Check-in — das handschriftliche Notieren von Zimmernummern oder das bloße Übergeben eines Schlüssels ohne digitale Erfassung — mag zeitsparend erscheinen. Doch die Konsequenzen zeigen sich erst bei der Abreise, wenn Gäste doppelte Buchungen melden, Rechnungen fehlen oder Zimmerreinigungen nicht synchronisiert sind.
Der Check-in ist der Moment, in dem ein Gast seinen Aufenthalt offiziell beginnt — und Ihr PMS muss diesen Moment korrekt erfassen. Jede Abweichung davon gefährdet nicht nur den einzelnen Gast, sondern den gesamten operativen Ablauf Ihres Hauses.
Hinzu kommt: Fehler beim Check-in sind selten sofort sichtbar. Sie äußern sich in Reklamationen beim Checkout, in falschen Housekeeping-Berichten oder in Buchungsausfällen, die erst Tage später in den Umsatzberichten auffallen. Ein strukturierter Check-in-Prozess — gestützt auf ein konfiguriertes PMS — ist damit nicht nur eine Frage der Gastfreundschaft, sondern eine Grundvoraussetzung für ein wirtschaftlich funktionierendes Haus.
Was ist der Check-in-Prozess? Eine präzise Definition
Der Check-in-Prozess ist kein einzelner Moment, sondern eine strukturierte Abfolge von fünf operationellen Schritten, die jeweils Daten im PMS erzeugen oder verändern. Jeder Schritt ist obligatorisch — das Auslassen auch nur eines Schrittes unterbricht die Datenkette und erzeugt Fehler, die sich später kaum noch korrigieren lassen.
Die fünf Schritte im Detail
1. Gastidentifikation
Der Gast wird anhand seiner Reservierungsunterlagen oder — bei einem Walk-in — anhand seines Ausweisdokuments identifiziert. Bei einer bestehenden Reservierung gleicht der Mitarbeiter Name, Buchungsdatum und Zimmertyp ab. Bei einem Walk-in muss zunächst ein vollständiger Reservierungsdatensatz angelegt werden. PMS-Datenänderung: Reservierungsstatus wechselt von „ausstehend" zu „identifiziert"; bei Walk-ins wird ein neuer Datensatz erstellt.
2. Zimmerzuweisung bestätigen
Das System prüft, ob das zugewiesene Zimmer den Status „gereinigt" (CLEAN) trägt. Ist das Zimmer noch nicht bezugsfertig oder entspricht es nicht den Gästeerwartungen, erfolgt ein Upgrade oder eine Neuzuweisung. PMS-Datenänderung: Zimmerstatus wird auf „blockiert" gesetzt, bis der Check-in abgeschlossen ist.
3. Folio-Eröffnung
Mit dem Check-in erstellt das PMS ein aktives Folio — die zentrale Abrechnungsakte für diesen Aufenthalt. Alle künftigen Buchungen, Zimmerservice oder Zusatzleistungen werden hier verbucht. Die Uhr für die Abreisezeit läuft nun. PMS-Datenänderung: Folio-Status wechselt von „reserviert" zu „offen"; Abreisetag wird fixiert; Abrechnungsperiode beginnt.
4. Schlüsselübergabe
Die Zimmerkarte wird codiert und dem Gast übergeben. Gleichzeitig aktualisiert das PMS den Zimmerstatus auf „belegt" (OCCUPIED). PMS-Datenänderung: Zimmerstatus ändert sich von „blockiert" zu „belegt"; Housekeeping erhält keine Bereitschaftsanfrage mehr für dieses Zimmer.
5. Gästebriefing
Der Mitarbeiter übermittelt die wichtigsten Informationen: Checkout-Zeit, Frühstückszeiten, WLAN-Zugang, Parkmöglichkeiten. Der Gast ist nun vollständig über seinen Aufenthalt informiert. PMS-Datenänderung: Keine direkte Änderung — dieser Schritt dient der Gästezufriedenheit und beugt Rückfragen an der Rezeption vor.
Was ist ein Walk-in?
Ein Walk-in ist ein Gast, der ohne vorherige Reservierung erscheint. Anders als bei einer Online-Buchung existiert kein Datensatz im PMS. Der Mitarbeiter muss Reservierung und Folio in einem ununterbrochenen Vorgang anlegen — inklusive Identitätsprüfung, Zimmerzuweisung und Abrechnungsmodalitäten. Da keine Vorautorisierung vorliegt, besteht ein erhöhtes Betrugsrisiko. Jeder Schritt muss daher mit besonderer Sorgfalt durchgeführt werden.
Hinweis: Vorab-Check-ins über Online-Formulare oder Apps sind ein separater Prozess, der vor der Anreise stattfindet. Sie bereiten den Check-in vor, ersetzen ihn jedoch nicht.
Wie das Check-in funktioniert
Der Check-in ist kein einzelner Klick — er ist ein Zusammenspiel aus manuellen Handgriffen und automatisierten Systemprozessen. Was genau passiert im PMS, wenn ein Gast an der Rezeption erscheint? Die folgende Prozessbeschreibung zeigt die mechanische Abfolge Schritt für Schritt.
Die Ankunftsliste als Ausgangspunkt
Zu Beginn jeder Schicht öffnet der Rezeptionsmitarbeiter die Ankunftsliste im PMS. Diese Liste ist nach der voraussichtlichen Ankunftszeit sortiert und zeigt alle für den Tag erwarteten Gäste — inklusive Buchungsdatum, Zimmertyp, Aufenthaltsdauer und special requests. Anhand dieser Liste bereitet der Mitarbeiter die Zimmerzuweisung vor und codiert die Schlüsselkarten vor, bevor die Gäste eintreffen. So wird vermieden, dass ein Gast an der Rezeption warten muss, während der Mitarbeiter erst die Reservierung sucht.
Zimmerstatus als Blockade
Doch die Zuweisung hat eine zwingende Voraussetzung: Das Zimmer muss im PMS den Status „gereinigt" (CLEAN) tragen. Solange Housekeeping das Zimmer nicht freigegeben hat, ist eine Zuweisung nicht möglich. Erreicht ein Gast das Hotel, bevor sein Zimmer bezugsfertig ist, hat der Mitarbeiter drei Optionen: Den Gast um Geduld bitten und auf Housekeeping warten, ein alternatives Zimmer anbieten — gegebenenfalls als Upgrade — oder den Check-in zurückstellen. Ohne sauberes Zimmer kein Check-in; dieser Grundsatz ist nicht verhandelbar.
Identitätsprüfung und Meldepflicht
Der Mitarbeiter fordert den Gast zur Vorlage eines Ausweisdokuments auf — Reisepass, Personalausweis oder je nach Herkunftsland ein anderes gültiges Dokument. Die Daten werden im PMS erfasst: Name, Geburtsdatum, Nationalität, Ausweisnummer. In Deutschland greift die Meldepflicht: Jeder Gast muss innerhalb von 24 Stunden nach Anreise polizeilich registriert werden. Viele PMS-Systeme integrieren diese Erfassung direkt in den Check-in-Prozess, sodass kein separates Formular erforderlich ist. Eine Dokumenten-Scan-Funktion beschleunigt diesen Schritt erheblich.
Folio-Eröffnung und Abrechnungsgrundlage
Sobald die Identifikation abgeschlossen ist, erstellt das PMS automatisch ein aktives Folio auf Basis der Reservierung. Die Zimmerrate wird als erste Buchungszeile eingetragen, berechnet nach der Anzahl der Übernachtungen. Hat der Gast eine Zahlung vorab geleistet, wird diese als Gutschrift verbucht. Möchte das Hotel eine Kreditkartenautorisierung für zusätzliche Ausgaben (Minibar, Zimmerservice) hinterlegen, erfasst der Mitarbeiter dies manuell. Ab diesem Moment läuft die Abrechnungsuhr — jede weitere Leistung wird diesem Folio zugeordnet.
Walk-in-Ablauf: Alles in einem Schritt
Anders verhält es sich beim Walk-in. Hier existiert keine Reservierung, also auch kein Folio. Der Mitarbeiter muss alle Schritte in einer durchgehenden Sequenz ausführen: Reservierung anlegen, verfügbares Zimmer auswählen, Identität prüfen, Folio eröffnen, Zahlung oder Autorisierung sichern — und erst dann den Schlüssel übergeben. Der Walk-in-Tarif unterscheidet sich häufig vom Online-Tarif: Er entspricht dem Rack Rate, also dem Listenpreis ohne Vorab-Buchungsrabatt. Da keine Vorautorisierung vorliegt, ist die Zahlungssicherung beim Walk-in besonders wichtig.
No-Show-Behandlung
Erscheint ein Gast nicht bis zu einem definierten Zeitpunkt — meist 18:00 Uhr oder eine individuell festgelegte Zeit — markiert der Mitarbeiter die Reservierung im PMS als „No-Show". Das Zimmer wird automatisiert wieder in die Verfügbarkeit zurückgegeben. Je nach Buchungsbedingungen kann das Folio eine Stornogebühr verbuchen. Diese Handhabung schützt den Umsatz des Hauses und verhindert, dass Zimmern ungenutzt blockiert bleiben.
Die No-Show-Markierung sollte nicht auf den nächsten Morgen verschoben werden. Jede Stunde Verzögerung bedeutet ein Zimmer, das nicht verkauft werden kann — und in einer Vollbelegungsphase, etwa während einer Großmesse oder eines Stadtevents, ist das ein direkter und messbarer Umsatzverlust. Manche PMS-Systeme ermöglichen eine automatische No-Show-Kennzeichnung nach einem konfigurierbaren Zeitfenster; dieser Automatismus reduziert menschliche Fehler erheblich. Dennoch sollte der Mitarbeiter vor dem Schichtende die Ankunftsliste gegenchecken und unbehandelte Reservierungen manuell prüfen.
Ein weiterer Sonderfall, der im Tagesbetrieb häufig vorkommt: der vorzeitig abreisende Gast. Kündigt ein bereits eingecheckter Gast an, früher abzureisen als geplant, muss das Folio angepasst und das Zimmer vorzeitig freigegeben werden. Nur durch eine zeitnahe PMS-Aktualisierung kann die Housekeeping-Abteilung rechtzeitig disponieren, das Zimmer reinigen und es für einen neuen Gast vorbereiten. Informelle Absprachen ohne PMS-Eintrag erzeugen exakt dieselbe Fehlerkette wie beim improvisierten Check-in — nur an einem anderen Punkt im Aufenthaltszyklus.
Best Practices für das Hotel-Check-in
Ein reibungsloser Check-in ist kein Zufall — er ist das Ergebnis wiederholbarer Prozesse und einer durchdachten PMS-Konfiguration. Die folgenden Praktiken lassen sich sofort umsetzen und machen den Unterschied zwischen einer stressigen Schicht und einem effizienten Ablauf.
Zimmer am Vorabend vor Zuweisen
Jeden Abend die Ankunftsliste durchgehen und Zimmer auf Basis des Housekeeping-Plans und der Gästewünsche zuweisen. So beginnt die Schicht mit vorbereiteten Karten und keinem improvisierten Suchen an der Rezeption.
Zahlung vorab autorisieren
Bereits bei der Buchung oder beim Online-Check-in eine Kreditkartenautorisierung einholen. Das reduziert Reibungspunkte beim Check-in und fängt abgelehnte Karten ab, bevor der Gast vor Ihnen steht — nicht erst währenddessen.
Ankunftsliste nach Zeitfenster sortieren
Gruppen-Ankünfte und Gäste mit Flughafentransfer erfordern eine andere queue-Strategie als Einzelgäste. Die sortierte Liste ermöglicht gezieltes Zeitmanagement und verhindert, dass die Rezeption in Spitzenzeiten überlastet wird.
Walk-in-Protokoll im Team standardisieren
Walk-ins erhalten immer einen Tarif, bevor ein Zimmer zugewiesen wird — niemals umgekehrt. Diese Regel verhindert Preiskonflikte und stellt sicher, dass Zahlungssicherung erfolgt, bevor der Schlüssel übergeben wird.
No-Shows innerhalb von 30 Minuten nach Cut-off markieren
Nicht bis Mitternacht warten. Sobald die garantierte Buchungsfrist verstrichen ist, den Gast als No-Show kennzeichnen. Das Zimmer wird sofort freigegeben, und die Abrechnungsregel greift ohne Verzögerung.
Housekeeping-Integration im PMS nutzen
Die Rezeption weist niemals ein Zimmer zu, ohne den Echtzeit-Status „gereinigt" im PMS zu bestätigen. Manuelle Absprachen mit Housekeeping sind fehleranfällig — das System ist die einzige verlässliche Quelle.
Identitätsdaten immer beim Check-in erfassen
Die polizeiliche Meldepflicht lässt sich nicht nachträglich erfüllen. Wer diesen Schritt auf die Abreise verschiebt, riskiert Bußgelder undCompliance-Probleme.
Checkout-Zeit mündlich und schriftlich kommunizieren
Jeder Gast verlässt das Hotel mit einem Zettel auf dem Zimmer oder einer kurzen mündlichen Erinnerung zur Checkout-Zeit. Das reduziert Streitfälle und den Missbrauch verspäteter Abreisen erheblich.
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Check-in-Anforderungen je nach Markt
Die rechtlichen und steuerlichen Anforderungen an den Check-in unterscheiden sich erheblich zwischen einzelnen Ländern. Was in Deutschland Pflicht ist, kann in Österreich oder der Schweiz abweichen oder gar nicht existieren. Für unabhängige Hoteliers, die Gäste aus dem Ausland empfangen, ist die Kenntnis dieser Unterschiede nicht optional — sie ist Teil der Compliance-Pflicht.
Deutschland: Meldepflicht und kommunale Abgaben
Das Bundesmeldegesetz schreibt in §29 und §30 eine Meldepflicht für alle Unterkünfte vor. Jeder Gast — unabhängig von seiner Nationalität — muss bei der Ankunft ein Meldeformular ausfüllen und unterzeichnen. Für deutsche Staatsbürger genügt ein vereinfachtes Formular. Gäste aus dem Ausland müssen Reisepass- oder Ausweisnummer sowie Nationalität angeben. Die Formulare sind mindestens ein Jahr aufzubewahren und auf Verlangen der zuständigen Behörde vorzulegen.
Zusätzlich erheben zahlreiche Kommunen eine Kurtaxe oder Tourismusabgabe — insbesondere in Kurorten, Ferienregionen und Großstädten mit hohem Tourismusaufkommen. Der Betrag variiert je nach Gemeinde und Unterkunftskategorie. Die Kurtaxe muss als separater Posten auf der Rechnung ausgewiesen werden. Eine Integration in den Zimmertarif ohne separate Kennzeichnung ist nicht zulässig.
Österreich: Ortstaxe nach Bundesland
In Österreich fällt die Ortstaxe (auch Fremdenverkehrsabgabe genannt) je nach Bundesland unterschiedlich aus. In Wien beträgt sie beispielsweise 3,2 Prozent des Zimmerpreises. Diese Abgabe ist dem Gast gegenüber transparent zu kommunizieren — idealerweise bereits in der Buchungsbestätigung, um Missverständnisse bei der Ankunft zu vermeiden. Die Ortstaxe ist ebenfalls als separater Posten auf der Rechnung auszuweisen.
Schweiz: Kantonale Unterschiede
Die Kurtaxe in der Schweiz variiert kantonal stark. Genf erhebt beispielsweise CHF 3,50 pro Nacht und Person. Schweizer Staatsbürger sind häufig von der Abgabe befreit — prüfen Sie die Regelung Ihres Kantons. Die Erfassung erfolgt analog zu Deutschland als separater Rechnungsposten.
DATEV-konforme Rechnungsstellung
Für Geschäftsreisende, die eine Erstattung bei ihrem Arbeitgeber einreichen, ist eine DATEV-konforme Rechnung unerlässlich. Diese muss den Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent, das Leistungsdatum und die vollständigen Unternehmensdaten ausweisen. In Deutschland gilt: Die Rechnung wird bei der Abreise fällig — nicht beim Check-in. Das PMS muss in der Lage sein, diesen Beleg automatisch zu generieren. Eine nachträgliche Rechnungserstellung ist möglich, aber unnötiger Aufwand, der bei korrekter Konfiguration vermeidbar ist.
Compliance als tägliche Praxis
Die genannten Anforderungen sind keine theoretischen Hinweise — sie haben handfeste Konsequenzen bei Nichteinhaltung: Bußgelder bei fehlender Meldepflicht, Rechnungsstreitigkeiten bei fehlendem Mehrwertsteuerausweis, Gästebeschwerden bei unangekündigter Kurtaxe. Wer das PMS von Anfang an korrekt konfiguriert, vermeidet diese Probleme dauerhaft und schafft einen Check-in-Prozess, der sowohl rechtssicher als auch effizient ist.
Häufige Fehler beim Check-in
Die folgenden Fehler kosten kleine Hotels Geld, Gäste und manchmal ihre Betriebsgenehmigung. Das Gefährliche daran: Sie geschehen nicht aus Böswilligkeit, sondern aus Zeitdruck und Gewohnheit. Genau deshalb sind sie so verbreitet.
Ein Zimmer zuweisen, ohne den Housekeeping-Status zu prüfen
Die Rezeption weist ein Zimmer zu, das Housekeeping noch nicht freigegeben hat. Der Gast betritt ein nicht bezugsfertiges Zimmer — das Vertrauen ist sofort beschädigt. Im PMS zeigt sich ein Statusfehler, der manuell korrigiert werden muss. Dieser Fehler wirkt sich auf die gesamte Reinigungsplanung aus und kann dazu führen, dass nachfolgende Gäste ebenfalls verzögert einchecken.
Identitätsprüfung bei Stammgästen weglassen
Vertrautheit erzeugt Nachlässigkeit. Das Personal kennt den Gast seit Jahren und überspringt die Ausweiskontrolle. Kommt es zu einem Vorfall oder einer Compliance-Prüfung, nützt die persönliche Beziehung nichts — die Meldepflicht gilt für jeden Gast, jeden Tag. Die persönliche Bindung zum Gast und die rechtliche Pflicht zur Ausweisprüfung sind zwei völlig getrennte Dinge.
Das Folio erst nach dem Check-in öffnen
Manche Hotels geben den Schlüssel zuerst und öffnen das Folio „wenn es ruhiger wird". Alle Abrechnungen vor der Folio-Eröffnung — etwa eine Minibar-Nutzung — gehen verloren oder müssen mühsam manuell nachgetragen werden. Die Minibar-Abbuchung ist der häufigste Verlierer dieses Fehlers. Das Ergebnis: Umsatz, der Ihnen zusteht, taucht nie auf dem Kontoauszug auf.
Keine Zahlungssicherung bei Walk-ins
Ein Walk-in erhält ein Zimmer, ohne dass eine Kreditkarte autorisiert oder eine Vorauszahlung erfolgt ist. Verlässt der Gast das Hotel ohne zu bezahlen, bleibt dem Hotel kein rechtlicher Rückgriff. In Regionen mit hoher Saisonalität ist Walk-in-Betrug besonders verbreitet — das Risiko lässt sich mit einem einzigen Schritt beim Check-in eliminieren.
No-Shows zu spät kennzeichnen
Das Hotel wartet bis zum nächsten Morgen, um einen No-Show als solchen zu markieren. In der Zwischenzeit zeigt das PMS das Zimmer als belegt an — Housekeeping plant nicht, das Zimmer zu reinigen, und die Auslastungsstatistik ist verzerrt. Noch schlimmer: Das Zimmer lässt sich nicht mehr rechtzeitig weiterverkaufen. Wer No-Shows nicht innerhalb der Cut-off-Zeit markiert, verschenkt Umsatz und verzerrt seine Daten.
Wie Elyra den Check-in-Prozess handhabt
Elyra bietet einen Check-in-Bildschirm, der die Ankunftsliste, den Zimmerstatus und die Folio-Erstellung in einem einzigen Workflow zusammenführt. Die Rezeption muss nicht zwischen verschiedenen Modulen navigieren, um einen Gast einzuchecken — alle relevanten Informationen sind auf einer Ansicht verfügbar.
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Ankunftsliste mit Echtzeit-Zimmerstatus: Die Liste wird automatisch nach der voraussichtlichen Ankunftszeit sortiert. Der Zimmerstatus — CLEAN, DIRTY oder INSPECTED — ist direkt in der Liste sichtbar. Die Rezeption bestätigt die Bezugsfertigkeit eines Zimmers, ohne Housekeeping gesondert kontaktieren zu müssen.
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Walk-in-Ablauf in einem Schritt: Ein einzelner Button erstellt gleichzeitig Reservierung und Folio. Der Tarifauswahl-Dialog zeigt verfügbare Walk-in-Tarife und Rack Rates an. Die Zahlungsabwicklung ist integriert und erfolgt, bevor der Schlüssel übergeben wird.
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Erfassung von Ausweisdokumenten: Das Gastprofil speichert Dokumententyp und -nummer. Die länderspezifischen Compliance-Felder — etwa für die Meldepflicht in Deutschland, die fiche de police in Frankreich oder das Parte de viajeros in Spanien — sind pro Property vorkonfiguriert und werden automatisch beim Check-in angezeigt.
Für die Abwicklungsseite des Prozesses lesen Sie den nächsten Artikel: [Der Hotel-Check-out-Prozess]. Der Check-out schließt das Folio, das beim Check-in geöffnet wurde — beide Prozesse sind operativ untrennbar, bedingen einander und sollten im Team gemeinsam verstanden und konsequent angewendet werden.
Weiterführende Artikel
Diese Artikel vertiefen die Themen rund um den Check-in-Prozess und seinen Platz im täglichen Hotelbetrieb.
- hotel-reservation-lifecycle — verstehen Sie den vollständigen Lebenszyklus, in den dieser Schritt eingebettet ist
- hotel-check-out-process — die Spiegelseite des Prozesses, die das schließt, was der Check-in öffnet
- front-desk-daily-operations — wie der Check-in in den breiteren Rezeptionsalltag passt
- billing-and-folio — was mit dem Folio geschieht, nachdem es beim Check-in erstellt wurde
Laden Sie sich die Hotel Check-in-Checkliste herunter — eine kompakte, einseitige und druckfertige Referenz für Ihr Rezeptionsteam, die alle fünf Schritte des Prozesses sowie die gesetzlichen Meldepflichten kompakt zusammenfasst.